In einem bedeutsamen Zeichen der Verbundenheit empfing Papst León XIV. am Freitag Bischof Silvano Pedroso Montalvo aus der Diözese Guantánamo-Baracoa im Südosten Kubas. Die private Audienz unterstreicht das kontinuierliche Interesse des Heiligen Stuhls an der Situation der katholischen Kirche auf der Karibikinsel.
Die Begegnung fand in der gewohnten herzlichen Atmosphäre der päpstlichen Privataudienzen statt. Bischof Pedroso Montalvo, der seit 2018 die östlichste Diözese Kubas leitet, nutzte die Gelegenheit, um dem Pontifex über die Herausforderungen und Hoffnungen seiner Gemeinden zu berichten.
Eine Kirche zwischen Hoffnung und Herausforderung
Die Diözese Guantánamo-Baracoa umfasst ein Gebiet, das sowohl von wirtschaftlichen Schwierigkeiten als auch von einem lebendigen Glauben geprägt ist. Seit der politischen Wende auf Kuba steht die katholische Kirche vor der komplexen Aufgabe, ihre pastorale Mission zu erfüllen und gleichzeitig gesellschaftliche Versöhnung zu fördern.
Bischof Pedroso Montalvo berichtete dem Papst über die konkreten Nöte seiner Gläubigen, aber auch über die beeindruckende Glaubensstärke der kubanischen Christen. Wie der Apostel Paulus in schweren Zeiten schrieb: Wir sind von allen Seiten bedrängt, aber nicht erdrückt; ratlos, aber nicht verzweifelt (2 Korinther 4,8).
Päpstliche Ermutigung und Unterstützung
León XIV. versicherte dem kubanischen Bischof seine geistliche Nähe und die Solidarität der Weltkirche. Der Papst betonte, dass die kubanische Kirche ein wertvoller Teil der universalen katholischen Gemeinschaft sei und ihre Stimme in der lateinamerikanischen Kirche unverzichtbar bleibe.
Besonders würdigte der Pontifex das Engagement der kubanischen Katholiken für soziale Gerechtigkeit und Versöhnung. Die Worte Jesu Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben (Johannes 10,10) seien gerade in schwierigen gesellschaftlichen Umständen eine Quelle der Hoffnung und des Auftrags.
Dialog und Religionsfreiheit
Ein wichtiger Punkt des Gesprächs war die Bedeutung des Dialogs zwischen Kirche und Staat für die Förderung der Religionsfreiheit. León XIV. ermutigte Bischof Pedroso Montalvo, den konstruktiven Dialog mit den politischen Verantwortlichen fortzusetzen, um Räume für die pastorale Arbeit zu erweitern.
Der Papst verwies dabei auf das Beispiel des heiligen Johannes Paul II., der mit seinem historischen Besuch 1998 neue Wege für die Kirche in Kuba eröffnet hatte. Die Früchte dieser Annäherung seien auch heute noch spürbar und müssten weiter gepflegt werden.
Junge Generation und Evangelisierung
Ein besonderes Anliegen des kubanischen Bischofs war die Seelsorge für junge Menschen. Viele kubanische Jugendliche stehen vor der schwierigen Entscheidung zwischen dem Verbleib in der Heimat und der Emigration. Die Kirche sehe sich in der Verantwortung, ihnen sowohl geistliche Orientierung als auch praktische Unterstützung zu bieten.
León XIV. ermutigte zu einer kreativen Jugendpastoral, die traditionelle Werte mit modernen Kommunikationsformen verbindet. Wie der Prophet Jeremia sagte: Denn ich weiß wohl, was für Gedanken ich über euch habe: Gedanken des Friedens und nicht des Leides, dass ich euch gebe Zukunft und Hoffnung (Jeremia 29,11).
Marianische Spiritualität als Kraftquelle
Beide Kirchenmänner betonten die besondere Bedeutung der Marienverehrung für die kubanische Kirche. Die Virgen de la Caridad del Cobre, Kubas Nationalheilige, sei ein einigendes Symbol für alle Kubaner, unabhängig von politischen oder ideologischen Unterschieden.
Der Papst erinnerte daran, dass Maria als Mutter der Barmherzigkeit besonders dort präsent sei, wo Menschen leiden und hoffen. Ihre mütterliche Fürsprache begleite die kubanische Kirche auf ihrem Weg der Evangelisierung und des sozialen Engagements.
Perspektiven für die Zukunft
Am Ende der Audienz segnete León XIV. die mitgebrachten religiösen Gegenstände und erteilte dem Bischof seinen apostolischen Segen für die Gläubigen der Diözese Guantánamo-Baracoa. Diese Geste unterstreicht die geistliche Verbundenheit zwischen Rom und der peripheren kubanischen Kirchenprovinz.
Die Begegnung zeigt einmal mehr das Interesse der katholischen Kirche an den gesellschaftlichen Entwicklungen in Lateinamerika und die besondere Aufmerksamkeit, die León XIV. den Ortskirchen in schwierigen Situationen widmet. Für die kubanischen Katholiken ist diese päpstliche Nähe eine wichtige Ermutigung auf ihrem Weg des Glaubens und der Hoffnung.
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