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Sri Lanka: Kirche verteidigt Menschenrechte gegen Terrorgesetz

Fuente: Vatican News DE

Die katholische Kirche in Sri Lanka hat sich gemeinsam mit zivilgesellschaftlichen Organisationen entschieden gegen ein geplantes Anti-Terror-Gesetz gewandt. Die Kirchenführung befürchtet, dass das neue Gesetz Menschenrechte und demokratische Freiheiten unverhältnismäßig einschränken könnte und insbesondere religiöse Minderheiten gefährden würde.

Sri Lanka: Kirche verteidigt Menschenrechte gegen Terrorgesetz
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In einer gemeinsamen Stellungnahme warnten Bischöfe, Priester und Laienvertreter vor den weitreichenden Befugnissen, die das Gesetz den Sicherheitsbehörden einräumen würde. Diese könnten missbraucht werden, um legitime Kritik zu unterdrücken und friedliche Meinungsäußerungen zu kriminalisieren.

Traumatische Vergangenheit mahnt zur Vorsicht

Sri Lanka blickt auf eine lange Geschichte ethnischer und religiöser Spannungen zurück. Der jahrzehntelange Bürgerkrieg zwischen der singhalesischen Mehrheit und der tamilischen Minderheit endete erst 2009. Die Osteranschläge von 2019, bei denen über 250 Menschen starben, darunter viele Christen in Gottesdiensten, sind noch in schmerzhafter Erinnerung.

Erzbischof Malcolm Ranjith von Colombo betonte, dass die Kirche die Notwendigkeit von Sicherheitsmaßnahmen verstehe, aber warnte: Gerechtigkeit und Recht sollen sprudeln wie Wasser und Rechtschaffenheit wie ein nie versiegender Bach (Amos 5,24). Sicherheit dürfe nicht auf Kosten der Grundrechte erkauft werden.

Sorge um religiöse Minderheiten

Besondere Besorgnis herrscht über Formulierungen im Gesetzesentwurf, die religiöse Aktivitäten unter Terrorismusverdacht stellen könnten. Katholische Führer befürchten, dass Evangelisierung, interreligiöser Dialog und sogar traditionelle religiöse Praktiken kriminalisiert werden könnten.

Die christliche Minderheit, die etwa sieben Prozent der sri-lankischen Bevölkerung ausmacht, hat in der Vergangenheit wiederholt unter religiöser Diskriminierung gelitten. Pastoren und Gemeindezentren wurden angegriffen, Gottesdienste gestört. Das neue Gesetz könnte diese Verfolgung legitimieren und verstärken.

Internationale Unterstützung für Kirchenposition

Menschenrechtsorganisationen wie Human Rights Watch und Amnesty International haben die Position der sri-lankischen Kirche unterstützt. Sie verweisen darauf, dass ähnliche Anti-Terror-Gesetze in anderen Ländern systematisch missbraucht wurden, um religiöse und ethnische Minderheiten zu unterdrücken.

Der Heilige Stuhl hat über seine diplomatischen Kanäle ebenfalls Bedenken geäußert. Papst León XIV. hat wiederholt betont, dass wahre Sicherheit nur durch Gerechtigkeit, Dialog und Respekt für die Menschenwürde erreicht werden könne. Wie Jesus lehrte: Selig sind, die Frieden stiften; denn sie werden Gottes Kinder heißen (Matthäus 5,9).

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Dialog statt Repression

Die Bischöfe Sri Lankas schlagen alternative Ansätze zur Terrorismusbekämpfung vor: verstärkte Bildungsprogramme gegen Extremismus, wirtschaftliche Entwicklung benachteiligter Gebiete und den Aufbau von Vertrauen zwischen den Gemeinschaften. Diese präventiven Maßnahmen seien langfristig effektiver als repressive Gesetze.

Bischof Joseph Vianney Fernando von Kandy erklärte: Hass kann nicht durch Hass überwunden werden, sondern nur durch Liebe. Diese buddhistische Weisheit, die auch dem christlichen Gebot der Feindesliebe entspricht, müsse Grundlage der sri-lankischen Anti-Terror-Politik werden.

Verfassungsrechtliche Bedenken

Juristische Experten unterstützen die kirchlichen Einwände aus verfassungsrechtlicher Sicht. Das geplante Gesetz könne fundamentale Garantien der sri-lankischen Verfassung verletzen, insbesondere die Religions-, Meinungs- und Versammlungsfreiheit.

Der katholische Anwalt und Menschenrechtsaktivist J.C. Weliamuna warnte vor einer Erosion des Rechtsstaats: Wenn wir unsere Grundrechte opfern, um Sicherheit zu erlangen, werden wir am Ende beides verlieren. Die Worte Jesu Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist (Markus 12,17) erinnerten daran, dass staatliche Autorität ihre Grenzen habe.

Appell an die Regierung

In ihrer abschließenden Stellungnahme appellierte die Kirche an Präsident Ranil Wickremesinghe und das Parlament, das Gesetz grundlegend zu überarbeiten oder zu verwerfen. Stattdessen sollten alle gesellschaftlichen Kräfte – Regierung, Opposition, Religionsgemeinschaften und Zivilgesellschaft – gemeinsam an nachhaltigen Lösungen für Sicherheit und Frieden arbeiten.

Die katholische Kirche Sri Lankas bekräftigte ihr Engagement für den interreligiösen Dialog und die nationale Versöhnung. Nur durch gemeinsame Anstrengungen aller Gemeinschaften könne das Land eine friedliche und gerechte Zukunft aufbauen, in der alle Bürger ihre Rechte und Freiheiten uneingeschränkt ausüben können.

Diese couragierte Haltung der sri-lankischen Kirche zeigt einmal mehr, dass christliche Gemeinden weltweit eine wichtige Stimme für Menschenrechte und Demokratie sind – auch und gerade dann, wenn sie selbst zu den bedrohten Minderheiten gehören.


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