Ein ägyptischer Familienvater aus der koptisch-orthodoxen Gemeinde Münster darf vorerst in Deutschland bleiben. Eine für Freitag geplante Abschiebung wurde in letzter Minute vom Verwaltungsgericht Münster gestoppt — ein Moment der Erleichterung für die gesamte Gemeinde.
Der Fall
Der Familienvater, ein aktives Mitglied der koptischen Gemeinde in Münster, war von der Abschiebung nach Ägypten bedroht. Die koptisch-orthodoxe Gemeinde hatte sich intensiv für seinen Verbleib eingesetzt und auf die besondere Gefährdung von Kopten in Ägypten hingewiesen.
Koptische Christen — eine der ältesten christlichen Gemeinschaften der Welt — erleben in Ägypten immer wieder Diskriminierung und gewaltsame Übergriffe. Ihre Geschichte reicht bis zum Evangelisten Markus zurück, der als Gründer der koptischen Kirche gilt.
Kirchliche Solidarität
Die Gemeinde in Münster mobilisierte breite Unterstützung. Andere christliche Kirchen, Nachbarn und Menschenrechtsorganisationen schlossen sich dem Einsatz für die Familie an. Diese ökumenische Solidarität spiegelt das biblische Prinzip wider: „Wenn ein Glied leidet, leiden alle Glieder mit" (1. Korinther 12,26).
Die Fürsprache für Verfolgte hat tiefe biblische Wurzeln. In Sprüche 31,8-9 heißt es: „Tu deinen Mund auf für die Stummen, für die Sache aller, die verlassen sind. Tu deinen Mund auf, richte in Gerechtigkeit und schaffe Recht dem Elenden und Armen."
Koptische Christen: Eine verfolgte Gemeinschaft
Die koptisch-orthodoxe Kirche zählt weltweit etwa 10-12 Millionen Gläubige, die meisten davon in Ägypten. Trotz einer Geschichte, die über 2.000 Jahre zurückreicht, sehen sich Kopten regelmäßig mit Anschlägen auf Kirchen, gesellschaftlicher Benachteiligung und rechtlicher Diskriminierung konfrontiert.
Für koptische Christen in der Diaspora ist die Gemeinde oft der einzige Ort, an dem sie ihre Identität und ihren Glauben frei leben können. Die drohende Abschiebung eines Gemeindemitglieds betrifft daher nicht nur eine Familie, sondern das Herz der Gemeinschaft.
Glaube in der Prüfung
Psalm 46,2 tröstet: „Gott ist unsere Zuflucht und Stärke, ein bewährter Helfer in allen Nöten." Für die betroffene Familie und ihre Gemeinde ist der Gerichtsbeschluss ein Zeichen dieser göttlichen Hilfe — und ein Anlass, weiterzukämpfen und weiterzubeten.
Der Fall erinnert auch an die Verantwortung der Gesellschaft, religiös Verfolgte zu schützen — ein Grundsatz, der sowohl im Grundgesetz als auch in der christlichen Ethik verankert ist.
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