Papst Leo XIV hat bei seinem Besuch in der Pfarrei von Ostia ein eindringliches Zeichen gesetzt: Gott ist ein Gott der Liebe, und diese Liebe zeigt sich besonders dort, wo Menschen am Rand der Gesellschaft stehen. Der Besuch war Teil seiner Reihe von Pfarreibesuchen während der Fastenzeit.
Ein Papst an der Peripherie
Ostia, der Küstenvorort Roms, ist weit entfernt vom Glanz des Vatikans. Hier leben Arbeiter, Einwanderer und Familien, die täglich um ihre Existenz kämpfen. Dass der Papst gerade hierhin kam, ist eine Botschaft für sich: „Denn wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen" (Matthäus 18,20).
In seiner Predigt betonte Leo XIV, dass die Kirche nicht in den Palästen zu finden ist, sondern dort, wo Menschen leiden, hoffen und lieben. Er erinnerte an die Worte Jesu: „Ich war hungrig und ihr habt mir zu essen gegeben, ich war durstig und ihr habt mir zu trinken gegeben, ich war fremd und ihr habt mich aufgenommen" (Matthäus 25,35).
Die Botschaft: Gott der Liebe
Der zentrale Gedanke der Papstpredigt war einfach und kraftvoll: Gott ist Liebe (1 Johannes 4,8). Nicht Liebe als abstraktes Konzept, sondern als konkrete, alltägliche Wirklichkeit. Der Papst forderte die Gläubigen auf, diese Liebe in ihren Nachbarschaften sichtbar zu machen.
„Die Liebe ist langmütig, die Liebe ist gütig. Sie ereifert sich nicht, sie prahlt nicht, sie bläht sich nicht auf" (1 Korinther 13,4). Diese Worte des Apostels Paulus waren der Leitfaden der Predigt — eine Einladung, Liebe nicht nur zu predigen, sondern zu leben.
Begegnungen, die bewegen
Nach der Messe nahm sich der Papst Zeit, Gemeindemitglieder persönlich zu begrüßen. Besonders berührend war seine Begegnung mit einer Gruppe von Migranten, die in der Pfarrei Aufnahme gefunden hatten. „Jeder Mensch trägt das Bild Gottes in sich", sagte Leo XIV. „Niemand ist ein Fremder in Gottes Familie."
Der Brief an die Hebräer mahnt: „Vergesst die Gastfreundschaft nicht; denn durch sie haben einige, ohne es zu ahnen, Engel beherbergt" (Hebräer 13,2). Diese Worte fanden in Ostia ihre lebendige Verwirklichung.
Impulse für die Fastenzeit
Der Papst schloss seinen Besuch mit drei konkreten Anregungen für die Fastenzeit:
1. Nächstenliebe praktizieren: Jeden Tag eine konkrete gute Tat für einen Nachbarn oder Fremden.
2. Stille suchen: Täglich zehn Minuten Stille vor Gott — ohne Handy, ohne Ablenkung.
3. Gemeinschaft stärken: Sich aktiv in die Pfarrgemeinde einbringen, besonders für die Schwächsten.
„Einer trage des anderen Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen" (Galater 6,2). In Ostia wurde deutlich: Die Kirche ist dort lebendig, wo Menschen füreinander da sind.
Ein Zeichen der Hoffnung
Der Besuch in Ostia war mehr als ein Termin im päpstlichen Kalender. Er war ein prophetisches Zeichen: Die Kirche gehört nicht den Mächtigen, sondern den Kleinen, den Armen, den Vergessenen. Wie Jesus selbst sagte: „Selig, die arm sind vor Gott; denn ihnen gehört das Himmelreich" (Matthäus 5,3).
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