Sind Trump & Co. die Gotteskrieger 2.0?

Fuente: Jesus.de

Gebete im Oval Office, Bibelstunden im Pentagon – und ein Krieg, der wie ein göttlicher Auftrag verkauft wird. Ex‑Brigadegeneral Klaus Wittmann empfindet das als „fast schon blasphemisch“.

Sind Trump & Co. die Gotteskrieger 2.0?
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Für Brigadegeneral a.D. Klaus Wittmann ist die religiöse Rhetorik der US‑Regierung im Iran‑Krieg ein gefährlicher Missbrauch des Glaubens. „Die religiöse Überhöhung dieses Krieges in der US-Administration ist fast schon blasphemisch“, sagt er in einem Interview mit der Evangelischen Zeitung. Gebetsveranstaltungen im Oval Office und Bibelzitate als politische Legitimation erinnerten ihn an die geistliche Unterstützung, die der russische Patriarch Kyrill I. Putins Angriffskrieg gegeben habe.

Rund 10 bis 15 Millionen christliche Zionisten erwarten laut Wittmann eine „Beseitigung des gottlosen iranischen Regimes“. Andere Maga‑Evangelikale, die eigentlich gegen neue Kriege seien und Trump aufgrund seiner Verfehlungen kritisch sehen müssten, betrachteten Trump dennoch als „kleineres Übel“. Viele seien überzeugt, Trump müsse nicht fromm sein – Gott nutze ihn trotzdem. „Sie überhöhen ihn […] religiös und glauben, sein Handeln sei Teil von Gottes Plan“, so Wittmann.

Soldaten als Märtyrer

Mit Kriegsminister Pete Hegseth habe zudem ein christlich-konservativer Hardliner Einfluss gewonnen, der im Pentagon Bibelstunden abhält und sich als „maskuliner Christ“ inszeniere. Wittmann glaubt jedoch nicht, dass das Militär dafür besonders empfänglich sei. Es habe bereits Beschwerden gegen die religiöse Kriegsdeutung einiger Kommandeure gegeben. Wenn Hegseth beim nationalen Gebetsfrühstück verspreche, Gefallene kämen in den Himmel, erinnere das „fast an die islamische Märtyrer‑Lehre“. 1)

Die strategisch-operativen Ziele des Krieges – zum Beispiel die Verhinderung iranischer Atomrüstung und die Beseitigung seiner weitreichenden Raketen – halte er persönlich für „plausibel und unterstützenswert angesichts der Gefahr, die vom Iran schon seit Jahrzehnten ausgeht.“ Allein aus der Luft könne man weiterreichende Ziele jedoch nicht erreichen, glaubt Wittmann – „siehe Kosovo und Gaza“. Die vage formulierten übergeordneten Ziele könnten es dem US-Präsidenten erlauben, angesichts der Zerstörung der iranischen Kriegsflotte, Luftwaffe und Raketen vom „Sieg“ zu sprechen. „Aber wie es um die eingebunkerten Atomwaffenanlagen steht, weiß keiner, und das iranische Volk ist erneut im Stich gelassen.“

Klaus Wittmann ist Brigadegeneral a. D. Von 2003 bis 2008 war er Mitglied der EKD-Synode.

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>>> das komplette Interview mit Klaus Wittmann



1) US-Kriegsminister Pete Hegseth sagte beim National Prayer Breakfast am 5.2. 2026 unter anderem:

„Und wie Christus, auf irdische Weise, sind unsere tapferen Krieger nicht berufen, der Welt nachzugeben. Sie müssen ihr entgegentreten. Wir wissen, dass wir einen physischen Kampf führen, aber letztendlich – verwurzelt, wie der Präsident sagte – kämpfen wir auf einem geistlichen Schlachtfeld. Wir sind nicht nur Krieger, bewaffnet mit dem Arsenal der Freiheit; wir sind letztendlich bewaffnet mit dem Arsenal des Glaubens – und das von Anfang an. So wie George Washington im Schnee von Valley Forge kniete und den Himmel um Führung und Schutz anrief, so tun es auch unsere Krieger heute. […] Der Krieger ist bereit, sein Leben niederzulegen für seine Einheit, sein Land und seinen Schöpfer. Dieser Krieger findet ewiges Leben. Sein Vermächtnis wird nicht eines des Verlustes sein, sondern der Herrlichkeit – für eine Sache, die größer ist als er selbst. Und um die Seele Amerikas zu bewahren, müssen wir nicht nur das physische Schwert weiter führen, sondern auch das Schwert der Wahrheit – furchtlos und unverhohlen in diesem Kampf.“
(Skript – Deutsch und Englisch)

US-Präsident Donald Trump sagte in seiner Rede beim Gebetsfrühstück unter anderem:

„Ich verstehe nicht, wie ein gläubiger Mensch für einen Demokraten stimmen kann. Ich verstehe es wirklich nicht […] Und sie tun etwas, um zu gewinnen. Wissen Sie, was das ist? Sie betrügen.“ […] „Das wird das letzte Jahr sein, in dem die Demokraten zu dieser Veranstaltung erscheinen, das sage ich Ihnen. […] „Sie haben die zweite Wahl manipuliert. Ich musste gewinnen, ich musste einfach gewinnen. Ich brauchte das für mein Ego. […] Diese Verrückten zu schlagen war unglaublich.“
(NJ.com bzw. Evangelical Focus – Englisch)

Marc Jost, ehemaliger Generalsekretär der Evangelischen Allianz aus der Schweiz, war beim Nationalen Gebetsfrühstück in Washington anwesend. Er sagte: „Trump hat das Gebetsfrühstück auf die übelste Weise für seine egoistischen Zwecke missbraucht.“

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