„Verfolgung ist real“: Institut widerspricht Kritikern des Weltverfolgungsindex

Fuente: Jesus.de

Thomas Schirrmacher vom Internationalen Institut für Religionsfreiheit (IIRF) widerspricht Kritikern des Weltverfolgungsindex – und fordert mehr Forschung über Religionsfreiheit und Verfolgung religiöser Minderheiten.

„Verfolgung ist real“: Institut widerspricht Kritikern des Weltverfolgungsindex
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Der Weltverfolgungsindex (WVI) von Open Doors ist einer der am häufigsten zitierten Berichte zum Thema Religionsfreiheit und Christenverfolgung weltweit, steht jedoch auch regelmäßig in der Kritik – auch von Seiten der Amtskirchen. Das Internationale Institut für Religionsfreiheit (IIRF), das den Index regelmäßig prüft, hat dazu jetzt Stellung bezogen. In einem Report (PDF) ordnet Thomas Schirrmacher (Präsident des Internationalen Instituts für Religionsfreiheit) die häufigsten Vorwürfe ein, darunter die genaue Definition des Begriffs „Verfolgung“, die Fokussierung auf Christinnen und Christen sowie den Vorwurf mangelnder wissenschaftlicher Qualität.

Der Weltverfolgunsindex lege seine Kategorisierung offen und orientiere sich an anerkannten menschenrechtlichen Definitionen, so Schirrmacher. Hinsichtlich der Frage, ob „Verfolgung“ im WVI zu breit definiert werde, verweist er einerseits darauf, dass international keine einheitliche Definition für „Verfolgung“ existiere. Open Doors wende eine bestimmte Einstufung an und verwende diese im Rahmen des WFI konsistent. Die Methodik sei seiner Einschätzung nach über Jahre verfeinert worden – unter anderem in Zusammenarbeit mit Forschern des IIRF. Die Überprüfung des WFI durch das IIRF sei unabhängig. „Wenn Sie unseren aktuellen Prüfungsbericht lesen, werden Sie feststellen, dass wir dem WVI weder einen Gefallen tun noch den Erstellern einfach einen Persilschein ausstellen“, so Schirrmacher.

Es braucht mehr Forschung

Die häufig geäußerte Kritik, der WVI konzentriere sich ausschließlich auf Christen, weist Schirrmacher als grundsätzlich zutreffend, aber nicht problematisch zurück. Open Doors engagiere sich aus seinem Selbstverständnis heraus für verfolgte Christinnen und Christen. Dies mindere nicht die Aussagekraft der Daten, zumal Open Doors in seinen Länderberichten – jedoch nicht in den Statistiken – die Verfolgung anderer Religionen explizit erwähne.

Die Lösung sei nicht weniger, sondern mehr Forschung: ein vergleichbarer Index für alle Religionen. Das IIRF dokumentiere selbst religionsübergreifende Gewalt, allerdings fehle für solche Erhebungen oft die Finanzierung – gerade durch jene, die eine breitere Datenerfassung forderten. An dieser Stelle kritisiert Schirrmacher unter anderem die EKD und die Katholische Kirche in Deutschland, die sich zwar deutlich vom WVI distanzierten, selbst jedoch keine entsprechende Forschung finanzierten.

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Warnung vor Vereinfachungen

Gleichzeitig warnt Schirrmacher vor gängigen Vereinfachungen. Aussagen wie „das Christentum ist die am meisten verfolgte Religion der Welt“ seien nur unter bestimmten statistischen Blickwinkeln korrekt. Schaue man nicht auf die absolute Zahl der Betroffenen, sondern den prozentualen Anteil verfolgter Minderheiten, dann ergebe sich manchmal ein anderes Bild. Gruppen wie die Rohingya-Muslime (Myanmar) oder die Jesiden im Irak seien in bestimmten Gebieten fast vollständig ausgerottet worden. Andere religiöse Minderheiten – Bahá’í im Iran, Ahmadi-Muslime in Pakistan, Zeugen Jehovas in Russland – „sind in erschreckendem Ausmaß systematischer rechtlicher Diskriminierung und sozialer Feindseligkeit ausgesetzt“. Eine sachliche Debatte müsse diese Komplexität berücksichtigen.

Die Stellungnahme schließt mit einem Appell: Statt den Weltverfolgungsindex grundsätzlich infrage zu stellen, sollten Kritiker konstruktiv daran mitwirken, Forschung zu Religionsfreiheit weltweit zu stärken. Das IIRF halte einen globalen, religionsübergreifenden Index für möglich. Dafür fehle jedoch die Finanzierung. Das Ziel müsse eine faktenbasierte, faire und nicht politisierte Diskussion über Verfolgung und religiöse Minderheiten weltweit sein.

>>> zum kompletten Report des IIRF

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