Evangelische Kirche ruft zu anhaltender Solidarität mit der Ukraine auf

Fuente: EKD Nachrichten

In einer Zeit, in der die Welt von zahlreichen Krisen geprägt ist, mahnt die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) zur Bewahrung der Solidarität mit der Ukraine. Die Botschaft ist klar: Auch nach Jahren des Konflikts darf die christliche Nächstenliebe nicht nachlassen.

Evangelische Kirche ruft zu anhaltender Solidarität mit der Ukraine auf
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Die biblische Grundlage der Solidarität

"Einer trage des anderen Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen" (Galater 6,2). Diese Worte des Apostels Paulus erhalten in unserer heutigen Zeit eine besondere Bedeutung. Die christliche Gemeinschaft ist aufgerufen, nicht nur in guten Zeiten zusammenzustehen, sondern gerade dann, wenn die Not am größten ist.

Die EKD erinnert daran, dass Solidarität mehr als ein politisches Konzept ist – sie ist ein Ausdruck des christlichen Glaubens. In der Bergpredigt sagt Jesus: "Selig sind, die Frieden stiften; denn sie werden Gottes Kinder heißen" (Matthäus 5,9). Diese Friedensstiftung beginnt mit der praktischen Unterstützung derer, die unter Gewalt und Ungerechtigkeit leiden.

Herausforderungen der anhaltenden Krise

Nach Jahren des Konflikts steht die internationale Gemeinschaft vor der Gefahr der "Ermüdung". Diese menschliche Reaktion auf anhaltende Krisen ist verständlich, aber aus christlicher Sicht nicht akzeptabel. Die Kirche mahnt zur Beharrlichkeit im Guten.

Die EKD betont, dass die christliche Botschaft der Hoffnung gerade in scheinbar aussichtslosen Situationen ihre Kraft entfalten muss. "Lasst uns aber Gutes tun und nicht müde werden; denn zu seiner Zeit werden wir auch ernten, wenn wir nicht nachlassen" (Galater 6,9).

Praktische Nächstenliebe in Aktion

Solidarität zeigt sich nicht nur in Worten, sondern in konkreten Taten. Die evangelischen Gemeinden in Deutschland haben seit Beginn des Konflikts beeindruckende Hilfsbereitschaft gezeigt:

  • Aufnahme von Geflüchteten in Gemeindehäusern und Privatwohnungen
  • Sammlung von Hilfsgütern und Spenden
  • Seelsorgerische Betreuung traumatisierter Menschen
  • Gebetskreise und Friedensgottesdienste
  • Partnerschaften zwischen deutschen und ukrainischen Gemeinden

Die prophetische Stimme der Kirche

Die EKD sieht es als ihre prophetische Aufgabe, Unrecht beim Namen zu nennen und für Gerechtigkeit einzustehen. Wie die alttestamentlichen Propheten ruft sie die Gesellschaft zur Umkehr und zur Verantwortung.

"Lernt Gutes tun, trachtet nach Recht, helft den Unterdrückten, schafft den Waisen Recht, führt der Witwen Sache!" (Jesaja 1,17). Diese Mahnung des Propheten Jesaja ist zeitlos und fordert die Kirche heraus, sich für die Schwächsten einzusetzen.

Gebet als Kraft der Veränderung

Neben der praktischen Hilfe betont die Evangelische Kirche die Macht des Gebets. In den Gemeinden wird kontinuierlich für Frieden, Heilung und Versöhnung gebetet. Diese spirituelle Dimension der Solidarität ist unverzichtbar.

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"Betet ohne Unterlass" (1. Thessalonicher 5,17) – dieser Aufruf des Paulus ermutigt Christen, nicht nur einmalig zu beten, sondern beharrlich vor Gott zu treten und für alle Beteiligten des Konflikts Fürbitte zu leisten.

Versöhnung als ultimatives Ziel

Die EKD macht deutlich, dass das Ziel aller Solidarität nicht die Verhärtung von Feindschaften ist, sondern die Wiederherstellung des Friedens. Als Kirche der Versöhnung setzt sie sich für einen gerechten Frieden ein, der auf Wahrheit und Gerechtigkeit basiert.

"Gott war in Christus und versöhnte die Welt mit sich selber und rechnete ihnen ihre Sünden nicht zu und hat unter uns aufgerichtet das Wort von der Versöhnung" (2. Korinther 5,19). Diese Botschaft der Versöhnung ist der Kern des christlichen Glaubens und muss auch in politischen Konflikten Anwendung finden.

Ein Aufruf an alle Christen

Die Mahnung der EKD richtet sich nicht nur an die Politik, sondern an jeden einzelnen Christen. Jeder ist aufgerufen, seinen Teil zur Solidarität beizutragen – sei es durch Gebet, praktische Hilfe oder das Eintreten für Gerechtigkeit im eigenen Umfeld.

"Wie ihr nun den Herrn Christus Jesus angenommen habt, so lebt auch in ihm, und seid in ihm verwurzelt und gegründet und fest im Glauben" (Kolosser 2,6-7). Diese Verwurzelung im Glauben ist die Quelle für anhaltende Solidarität, die nicht von äußeren Umständen abhängt.

Hoffnung über die Krise hinaus

Trotz aller Schwierigkeiten bleibt die christliche Botschaft eine Botschaft der Hoffnung. Die EKD ermutigt die Gläubigen, nicht aufzugeben, sondern auf die verwandelnde Kraft Gottes zu vertrauen.

"Denn ich weiß wohl, was ich für Gedanken über euch habe, spricht der Herr: Gedanken des Friedens und nicht des Leides, dass ich euch gebe Zukunft und Hoffnung" (Jeremia 29,11). Diese Verheißung gilt nicht nur für das Volk Israel damals, sondern für alle Menschen heute, die auf Gottes Gerechtigkeit hoffen.

Die Evangelische Kirche in Deutschland ruft dazu auf, diese Hoffnung nicht nur zu bewahren, sondern sie durch anhaltende Solidarität sichtbar zu machen. In einer Welt voller Konflikte ist die Kirche berufen, ein Zeichen der Liebe und des Friedens zu sein.


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