Die „Dr. Roland Röhl“-Stiftung würdigte mit dem Friedenspreis Weintraubs „herausragende Bildungsarbeit für Toleranz, Verständigung und Menschenwürde sowie gegen Ausgrenzung und Hass“, heißt es. Leon Weintraub wurde am 1. Januar 1926 in Łódź geboren. Als Jugendlicher überlebte er mehrere Konzentrationslager, darunter Auschwitz und Flossenbürg. Nach dem Krieg studierte er Medizin in Göttingen. Später arbeitete er als Arzt in Polen, wo ihm 1969 im Zuge antisemitischer Kampagnen gekündigt wurde. Weintraub emigrierte nach Schweden und baute sich dort eine neue Existenz auf.
Seit Jahrzehnten bezieht der mittlerweile 100-Jährige öffentlich Stellung gegen Antisemitismus und Demokratiefeindlichkeit. „In einer Vielzahl von Veranstaltungen in Schweden, Polen, Deutschland und anderen Ländern hat er gegen das Vergessen und für Versöhnung gesprochen, darunter wiederholt auch in Göttingen“, heißt es in der Würdigung. Trotz seiner persönlichen Leidensgeschichte werbe er stets für Versöhnung – ohne Vergessen. Für sein Engagement erhielt Weintraub 2004 das Bundesverdienstkreuz am Bande und 2024 das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse.
Neben Weintraub wurde auch das bundesweite Netzwerk Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage geehrt. Das Projekt soll Schülerinnen und Schüler motivieren, sich aktiv gegen Diskriminierung einzusetzen, und gehört mit rund 5.000 Schulen zu den größten Bildungsnetzwerken Deutschlands.
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