Öko-Heiliger vor 800 Jahren: Franz von Assisi

Fuente: PRO Medienmagazin

Sein vorgelebtes Ideal eines einfachen Lebens ohne Luxus, seine Nähe zur Natur und eine legendäre Tierliebe sind auch 800 Jahre nach seinem Tod ein Grund dafür, dass Franz von Assisi als Vorbild für die ökologische Bewegung gilt. In der römisch-katholischen Kirche wird er als Heiliger verehrt, doch auch die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) hat seinen Todestag, den 3. Oktober, zu einem kirchlichen Gedenktag gemacht. Im Jahr 2026 richtet sich das Augenmerk in der kirchlichen Welt ganz besonders auf Franziskus.

Öko-Heiliger vor 800 Jahren: Franz von Assisi
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Geboren wurde Franz von Assisi um das Jahr 1181 in Assisi im heutigen Italien. Sein bürgerlicher Name war Giovanni (deutsch: Johannes) di Pietro di Bernardone. Seine Eltern waren wohlhabende Tuchhändler. Nachdem der Vater auf einer Handelsreise in Frankreich war, benannte er seinen Sohn um in „kleiner Franzose“ – Francesco.

Der Junge sollte den Betrieb der Eltern übernehmen, doch der war daran wenig interessiert. Eigentlich wollte er sich als Ritter in die Dienste des Papstes stellen. Der Legende zufolge rief Gott ihn jedoch in einem Traum dazu auf, sich stattdessen in den Dienst Gottes zu stellen. Franziskus suchte danach zunehmend die Einsamkeit. Ihn verstörte das Leben der Reichen und das Leiden der Armen. In einem Streit mit seinem Vater schlug er sein komplettes Erbe aus – sein Vater im Himmel sei wichtiger als sein irdischer Vater, sagte er.

Visionen in der Einsamkeit

Bei einem Gebet in einer Kirche 1206 soll Christus selbst von einem Kreuz herab zu ihm gesagt haben: „Franziskus, geh und baue mein Haus wieder auf, das, wie du siehst, ganz und gar in Verfall gerät.“ Franziskus erbettelte Baumaterial und begann die kleine Kirche eigenhändig wiederherzustellen; es folgten weitere Kirchenrenovierungen. Franziskus begann zu dieser Zeit, als Einsiedler zu leben, bettelte und kümmerte sich um Aussätzige vor den Stadtmauern. Er soll nur eine einfach Kutte getragen haben und meistens barfuß gegangen sein.

Durch diese Predigten und seine extreme Lebensweise stieß er bei vielen Menschen auf Spott und Ablehnung; gleichzeitig taten es ihm immer mehr Menschen nach und schlossen sich ihm an. Anders als andere zu jener Zeit aufkommenden neuen christlichen Gruppierungen – wie die Katharer, die Waldenser oder die Humiliaten – erkannte der Papst in Rom die Büßer um Franziskus an.

Im Jahr 1219 reiste Franziskus als Missionar bis Palästina. Er schloss sich einem Heer Kreuzfahrer an, das auf dem Weg nach Ägypten war. Einmal versuchte er, den Sultan zu bekehren und weitere Kriegshandlungen zu beenden – was misslang. 1224 soll Franziskus auf einem Berg eine Vision gehabt haben. Danach seien an ihm die Wundmale Christi sichtbar geworden. Die Reise nach Palästina sowie das Fasten schwächten seine Gesundheit zunehmend. Franziskus starb am 3. Oktober 1226. Schon zu Lebzeiten hatte er als Heiliger gegolten. Franziskus wurde schon zwei Jahre nach seinem Tode heiliggesprochen.

Der von Franziskus gegründete Orden breitete sich binnen weniger Jahre in ganz Europa aus. Die wohl bekannteste Stadt, die seinen Namen trägt, ist San Francisco in Kalifornien. Jorge Mario Kardinal Bergoglio wählte sich als Papstnamen erstmals den Namen Franziskus aus, als er 2013 zum Papst gewählt wurde.

Heiliger der Öko-Bewegung

Franz von Assisi galt als großer Natur- und Tierfreund. Viele Tiere erinnerten ihn an Jesus Christus, vor allem das Lamm. Sogar Würmer soll er vom Weg aufgesammelt und an den Wegesrand gebracht haben, damit sie nicht zertreten werden. Für Franziskus waren alle Geschöpfe „Brüder und Schwestern“, wie Biografen berichten. Einer Legende zufolge soll Franziskus sogar Vögeln eine Predigt gehalten haben. Zudem soll Franziskus 1223 in einer Kirche die Weihnachtsgeschichte in Form einer lebenden Krippe dargestellt haben, mit Tieren. Auch wenn dies nicht sicher belegt ist, entwickelte sich daraus offenbar der weltweite Brauch der Weihnachtskrippe mit Ochse und Esel.

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Wegen seines geschwisterlichen Verhältnisses zur Schöpfung gilt Franziskus auch heute noch Vertretern der ökologischen Bewegung als Idealtyp einer beispielhaften Beziehung zwischen Mensch und Natur. Eines seiner bekanntesten Gebete ist der „Sonnengesang“, eine Preisung der Schönheit der Schöpfung. Papst Johannes Paul II. erklärte 1979 Franziskus zum Patron des Umweltschutzes und der Ökologie.

Viele Veranstaltungen zum 800. Todestag

Bereits 2023 begann in der Katholischen Kirche eine Jubiläumsreihe, die bis 2026 andauert. So wurde 2023 die angeblich von Franziskus erfundene erste Krippe im italienischen Ort Greccio gefeiert. 2024 gedachte man der wundersamen Stigmatisierung des Heiligen und 2025 seines „Sonnengesangs“. Erstmals überhaupt werden im Februar und März 2026 die sterblichen Überreste des Heiligen Franziskus öffentlich in Assisi ausgestellt.

Wie das Portal „Vatican News“ berichtet, hat das italienische Parlament vor kurzem den 4. Oktober zum „Franziskus-Tag“, zum dauerhaften gesetzlichen Feiertag für ganz Italien gemacht. Papst Franziskus hatte noch 2024 für das Jahr 2026 ein außerordentliches Heiliges Jahr ausgerufen. Dieses erstreckt sich vom 10. Januar 2026 bis zum 10. Januar 2027. In diesem Zeitraum besteht für Katholiken die Möglichkeit, einen vollkommenen Ablass zu gewinnen.

In Deutschland ist Regensburg 2026 einer der zentralen Orte für das Franziskus-Gedenken. Die Katholische Erwachsenenbildung (KEB) hat dort ein ganzjähriges Programm unter dem Titel „800 Jahre Franz von Assisi“ aufgelegt. Es gibt Vorträge und Führungen. Am eigentlichen Gedenktag, dem 4. Oktober 2026, finden spezielle kunsthistorische und spirituelle Begehungen der Minoritenkirche statt. Viele Diözesen und Orden – wie die Kapuziner oder die Franziskaner – organisieren im September und Oktober 2026 große Bus- und Flugpilgerreisen nach Assisi.

Am 4. Oktober 2025 wurde in Nordrhein-Westfalen zum Andenken an Franziskus ein spezieller Fahrradpilgerradweg eingeweiht. Über 54 Kilometer um das Mutterhaus der Franziskanerinnen in Salzkotten führt die Strecke an elf Stationen vorbei, die jeweils einer der Strophen des „Sonnengesangs“ zugeordnet sind.

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