In Afrika entstehen neue russisch-orthodoxe Gemeinden. Für Experten ist dies Teil der geopolitischen Strategie Russlands.
Südafrika, Tansania, Uganda, und Kenia: In diesen und weiteren afrikanischen Staaten sind in den vergangenen Jahren russisch-orthodoxe Gemeinden entstanden. Deren Einrichtung erinnere an Kirchen in Sankt Petersburg, nicht jedoch an afrikanische Traditionen, heißt es in einem Beitrag der Deutschen Welle (DW). Hinter dem Wachstum stehen nicht nur religiöse Motive, sondern nach Einschätzung von Experten auch eine geopolitische Strategie: „Die russisch-orthodoxe Kirche muss ganz klar als Teil der russischen Soft Power bewertet werden“, sagt Regina Elsner, katholische Theologin an der Universität Münster, im DW-Interview.
Der Einfluss der russisch-orthodoxen Kirche sei dabei weniger direkte staatliche Propaganda, sondern eher ein „subtiles Werben“ für russische Interessen, betont die Theologin. Die Kirche sei eng mit staatlichen Ministerien vernetzt. Sympathien bei der afrikanischen Bevölkerung hätten der russischen Kirche ihr Einsatz für verfolgte Christinnen und Christen eingebracht, erklärt Elsner. Kaum ein anderes Land habe sich international so stark für diese Thematik eingesetzt. Die russisch-orthodoxe Kirche positioniere sich zudem gezielt gegen den „liberalen westlichen Kolonialismus“ und stärke damit antiwestliche Narrative, die in vielen afrikanischen Gesellschaften bereits vorhanden seien.
Kirchenpolitischer Affront
Kirchenpolitisch ist die Expansion der russischen Orthodoxie in Afrika ein Affront: Seit Jahrhunderten ist das griechische Patriarchat von Alexandria für den Kontinent zuständig. Nachdem Patriarch Theodor II. von Alexandria jedoch 2019 die unabhängige orthodoxe Kirche der Ukraine anerkannte, brach Moskau die Zusammenarbeit ab und begann, gezielt Priester und Gemeinden von der alexandrinischen Kirche „abzuwerben“. Es handle sich nicht um echte Missionsarbeit, sondern um eine Strategie des Opportunismus, sagt die belarussische Theologin und Politikwissenschaftlerin Natallia Vasilevich gegenüber der DW.
: Wie die russisch-orthodoxe Kirche in Afrika Einfluss nimmt (Deutsche Welle)
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