Pater Joshy George Pottackal ist der erste außerhalb Europas geborene Bischof in Deutschland. Seine Wahlheimat betrachtet er als „Missionsland“.
Erstmals hat ein nicht in Deutschland geborener Priester in Deutschland die Bischofsweihe erhalten. Der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf weihte am Sonntag den in Indien geborenen Pater Joshy George Pottackal zum neuen Weihbischof des Bistums Mainz, wie das Bistum mitteilte. Pottackal gehört dem Karmeliter-Orden an, lebt seit 22 Jahren in Deutschland und hat einen deutschen Pass. Im vergangenen November war er von Papst Leo XIV. zum Weihbischof ernannt worden.
„In der jetzigen Situation, in der die Gesellschaft polarisiert ist und es eher Gegenwind gegen Menschen mit Migrationshintergrund gibt, ist [die Ernennung] ein starkes Zeichen“, sagte Pottackal der Deutschen Welle. Viele Kirchenmitglieder mit Migrationshintergrund freuten sich darüber. Endlich werde gesehen, „dass wir auch Teil der katholischen Kirche in Deutschland sind.“ Dies sei für ihn eine „großartige Motivation.“ Im kirchlichen Milieu habe er in Deutschland nie Ausgrenzung erfahren. Im Alltag sei dies dagegen nicht immer so gewesen.
Gemeinschaft leben und Gott feiern
Von Deutschland spricht Pottackal als „Missionsland“. In Indien sei man froh, wenn man ein Zelt habe, um Gottesdienst zu feiern. Dort frage niemand, wie viele Stufen der Altarraum haben soll. Beim Glauben gehe es nicht um Äußerlichkeiten. Glauben bedeute, „dass man miteinander als Gemeinschaft lebt und Gott feiert“, so der 48-Jährige.
Pottackal war zuletzt als Personalreferent im Bistum Mainz tätig. Künftig gehören auch Gemeindebesuche, Firmungen und die Repräsentation der Kirche zu seinem Aufgabenbereich. Ein Weih- oder Auxiliarbischof („Hilfsbischof“) unterstützt den Diözesanbischof in der Leitung der Diözese.
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