In einem ausführlichen Blogbeitrag analysiert der Schweizer Theologe Felix E. Aeschlimann die Dokumentation „Hillsong: Eine Kirche auf Abwegen“ und die Mechanismen religiöser Machtstrukturen, die darin sichtbar werden. Die Doku zeige, wie aus einer ursprünglich lokalen Kirche ein globales Markenunternehmen werden konnte – mit charismatischen Leitern, hoher Medienpräsenz und einer Führungskultur, in der Kritik über Jahre hinweg unterdrückt worden sei.
Besonders eindrücklich beschreibe der Beitrag den Wandel vom Hirten zum Star: Pastoren, die durch Ruhm, Wohlstandsevangelium und Celebrity-Nähe überhöht wurden, während Mitglieder zu Konsumentinnen und Konsumenten kirchlicher Angebote wurden. Dass Skandale vertuscht und Macht missbraucht wurden, ist für Aeschlimann kein Einzelfall, sondern die logische Folge eines Systems, das Wachstum über geistliche Reife stellt.
Aeschlimann betont, dass nicht der christliche Glaube selbst im Fokus der Kritik der Dokumentation stehe, sondern Strukturen, die Missbrauch ermöglichen. „Es handelt sich nicht um einen pauschalen Angriff auf das Christentum und auch nicht um eine Diffamierung des Glaubens als gescheitertes System.“ Er ruft dazu auf, geistliche Leiterschaft wieder an ihrem biblischen Auftrag zu messen: Dienst statt Herrschaft, Demut statt Selbstdarstellung.
Felix E. Aeschlimann ist evangelischer Theologe und seit 2002 Rektor des Seminars für biblische Theologie in Beatenberg/Schweiz.
>>> im Blog von Felix E. Aeschlimann
jesus.de">Jesus.de.
Comments