Buber-Rosenzweig-Medaille: Rutishauer warnt vor Schwarz-Weiß-Denken

Fuente: Jesus.de

Der Jesuit und Judaist Rutishauer ist am Sonntag in Köln mit der Buber-Rosenzweig Medaille ausgezeichnet worden. Damit würdigte der Deutsche Koordinierungsrat der Gesellschaften für christlich-jüdische Zusammenarbeit (DKR) Rutishauers „jahrzehntelanges Engagement für den christlich-jüdischen Dialog“, heißt es auf der DKR-Homepage.

Buber-Rosenzweig-Medaille: Rutishauer warnt vor Schwarz-Weiß-Denken
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In seiner Dankesrede sagte Rutishauer, dass man seit dem 7. Oktober feststellen müsse, „dass für viele mit dem Staat Israel die alte europäische ,Judenfrage‘ auf globaler Ebene zurück ist.“ Im Antisemitismus verbänden sich heute „die naiv Gefährlichen mit den Aggressiven“ und glaubten, eine neue Weltordnung ohne den Staat Israel sei gerechter. Die Aufgabe von Juden und Christen sei es, „Schulter an Schulter tiefer zu verstehen.“

„Dialog als Alternative zur Gewalt“

Anlässlich der Auszeichnung sprach Rutishauer in einem Interview mit dem Webportal Domradio außerdem über die Gefährlichkeit von Schwarz-Weiß-Denken: „Wenn die Welt zu komplex erscheint, suchen manche nach einfachen Erklärungen.“ Dann entstünden Verschwörungstheorien und ein „Sündenbockmechanismus“. Und dieser richte sich in unserer Gesellschaft häufig gegen Juden, so Rutishauer. Diese Art des Denkens führe nicht nur zu Fehlschlüssen, sondern auch kritischen Vereinfachungen: „Wer über den Nahostkonflikt spricht, muss versuchen, die historischen, politischen und religiösen Hintergründe zu verstehen. Nur so kann ein sachlicher und vernünftiger Diskurs entstehen“, erklärte Rutishauer.

Der Papst betone zwar immer wieder, Religion dürfe nicht für politische oder wirtschaftliche Zwecke instrumentalisiert werden. Doch die Religion spiele im Nahen Osten eine öffentliche Rolle und habe auch politischen Einfluss. „Es wäre naiv zu glauben, man könne Religion einfach ausblenden und damit die Probleme lösen“, so Rutishauer. Es gehe darum, internationale Ordnungen zu stärken, Menschenrechte zu schützen und humanitäre Fragen zu lösen. Dialog durch Gespräch und Vernunft sei die eigentliche Alternative zur Gewalt. Dafür brauche es Bildung und die Bereitschaft, „sich ernsthaft mit dem Konflikt auseinanderzusetzen.“

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>>>> Zum gesamte Interview mit Christian Rutishauer

Die Buber-Rosenzweig-Medaille gehört zu den wichtigsten Auszeichnungen im christlich-jüdischen Dialog in Deutschland. Sie wird seit 1968 vom Deutschen Koordinierungsrat der Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit verliehen.

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