Die Filmemacherin Alyssa Loh will sich gegen die Aufmerksamkeitsökonomie der Multimilliarden-Dollar-Plattformbetreiber wehren, die mit ihren Angeboten Menschen ans Smartphone bindet. Meta, Google und Co. würden messen, wohin die Nutzer beim endlosen Scrollen auf ihren Smartphones schauen. Je länger ein Nutzer am Gerät bleibe, desto mehr Daten würden gesammelt und an den Meistbietenden verkauft. „Die bestbezahlten und -ausgebildeten Ingenieure der Welt entwickeln dafür ausgeklügelte Technologien“ erklärt Loh in einem Interview der „taz“ vom Montag.
Weil es zwischen den Nutzern und dem Tech-Konzernen „eine immense Asymmetrie“ gebe, brauche es „kollektives Handeln“. Loh will eine Bewegung gegen den „Aufmerksamkeitsdiebstahl“ und zur Befreiung der Aufmerksamkeit anstoßen. „Wenn wir die Kommerzialisierung der Aufmerksamkeit aufhalten wollen, müssen wir ein Verständnis von Aufmerksamkeit schaffen, das nicht numerisch, also nicht wirtschaftlich verwertbar ist“, sagt Loh.
Überall dort, wo das Smartphone in der Tasche bleibe – in Museen, Bibliotheken, Leseklubs – könne Widerstand entstehen. „Alle möglichen sozialen Rechte, die wir heute kennen, schienen zunächst unerreichbar. Und doch wurden sie von breiten Bewegungen erkämpft“, erklärt Loh in dem Interview, und weiter: „Die Welt wird sich wieder ändern.“
Loh vergleicht die Praxis der Plattformbetreiber in dem Gespräch mit dem Fracking in der Erdgasförderung. „So wie das Fracking zur Gewinnung von Erdgas unsere äußere Umwelt zerstört, schadet das Fracking der Techbranche unserer inneren Umwelt.“ Die Folgen seien Depressionen, Angst und Einsamkeit. Auch Polarisierung gehöre zum Geschäftsmodell der Plattformbetreiber. Loh: „Die Techkonzerne verdienen viel Geld an unserer Wut und daran, uns zu spalten.“
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